
Das Schlagwort ‚Big Data‘ steht für die immense Menge an unstrukturierten Daten, die zunächst aufbereitet werden müssen, um für Unternehmen oder auch Behörden etc. verwertbar zu sein. Diese Daten können aus verschiedenen Quellen stammen, zum Beispiel aus wissenschaftlichen Artikeln, Social-Media-Beiträgen, E-Mails, statistischen Erhebungen, Testreihen oder auch aus Audio- und Videomaterial. Die Hauptaufgabe des Data-Engineers besteht darin, den Nutzern aus der unüberschaubaren Masse die benötigten Daten zur Verfügung zu stellen. Dazu trägt er sie aus den verschiedenen Quellen zusammen und bringt sie in eine brauchbare Form. Da Big Data nicht mit einfacher Software organisiert werden kann, sind spezielle Frameworks notwendig.
Der Data-Engineer ist von den Berufsfeldern Data-Scientist und -Analyst abzugrenzen. Der Data-Scientist hat einen mathematischen Schwerpunkt und beschäftigt sich vor allem mit Statistik und Datenvisualisierung. Der Data-Analyst bewegt sich im Bereich BWL bzw. Marketing und hat die Geschäftsentwicklung im Blick. Beim Data-Engineer liegt der Schwerpunkt auf der Informatik. Er errichtet Data-Pipelines und stellt die Datenarchitektur sicher. In der Praxis gibt es allerdings häufig Überschneidungen. Das gilt vor allem für kleinere Unternehmen, in denen nur eine Person für Beschaffung, Bereitstellung, Analyse und Bewertung der Daten zuständig ist.
Aufgabenbereiche
Der Data-Engineer hat die Aufgabe, eine Infrastruktur für die Daten zu schaffen und zu pflegen. Damit schafft er die Grundlage für die Analyse und geschäftliche Nutzung der Daten. Im Einzelnen können die Tätigkeiten je nach Branche und Unternehmen variieren. Grundsätzlich gehören zu den Aufgaben des Data-Engineers
- Zusammentragen von Daten aus verschiedenen Quellen,
- Anlegen von Daten-Pipelines zur Aufbereitung der Daten für die weitere Analyse,
- Bereitstellung der Daten in einem Data-Warehouse,
- enge Zusammenarbeit mit Data-Analysts und -Scientists.
Zu den Verantwortlichkeiten des Data-Engineers gehört es auch, auf Datenschutz und Datensicherheit zu achten.
Erforderliche Fähigkeiten
Bestimmte Fähigkeiten sind für den Job als Data-Engineer essenziell:
- eine logische Denkweise,
- ein gutes mathematisches und technisches Verständnis,
- eine strukturierte und eigeneständige Arbeitsweise sowie
- Teamfähigkeit.
Auch die Bereitschaft, das eigene Wissen immer auf dem neuesten Stand zu halten und sich an verändernde Bedürfnisse von Unternehmen und Kunden anzupassen, ist in diesem Beruf wichtig.
Erforderliche Kenntnisse
Ein Data-Engineer kennt sich aus mit
- dem Erstellen von Datenpipelines,
- ETL-Tools (Extract, Transform, Load),
- relationalen Datenbanken,
- sowie Big-Data- und Cloud-Technologien.
Zu den Werkzeugen des Data-Engineers gehören unter anderem
- Hadoop,
- Spark,
- Hive,
- Kafka und
- HDFS.
Eine der am häufigsten erforderlichen Programmiersprachen ist Python.
Häufig übernehmen Data-Engineers auch Aufgaben aus angrenzenden Bereichen wie Data-Science, Data-Analytics und Machine-Learning. Auch Managementaufgaben wie die kontinuierliche Verbesserung der bestehenden Systeme und Qualitätssicherung fallen oft in ihren Aufgabenbereich.
Erforderliche Abschlüsse und Voraussetzungen
Ein Informatikstudium, zum Beispiel Wirtschaftsinformatik, oder eine Ausbildung im IT-Bereich können ein guter Einstieg in die Arbeit als Data-Engineer sein. Beispielsweise gibt es an der Universität Potsdam den Studiengang Data Engineering. Der Vorteil ist, dass Kenntnisse strukturiert und systematisch vermittelt werden.
Heute legen viele Arbeitgeber vor allem Wert darauf, dass praktische Erfahrung vorhanden ist. Die Mitarbeiter sollten die verwendeten Technologien und Frameworks nicht nur kennen, sondern auch schon angewendet haben. Mit entsprechender Praxiserfahrung ist daher auch ein Quereinstieg möglich.
Eine Option ist es, sich über Onlinekurse im Bereich Data-Engineering fortzubilden. Zertifikate, die in solchen Weiterbildungskursen erlangt werden können, sind Studien- und Ausbildungsabschlüssen zwar nicht gleichzusetzen, können aber einen Nachweis über erworbene Kenntnisse liefern.
In welchen Bereichen können Sie arbeiten?
Big Data spielen in vielen Bereichen eine Rolle. Daher sind die Möglichkeiten, einen Job als Data-Engineer anzunehmen, vielfältig. Besonderer Bedarf besteht zum Beispiel in Industrieunternehmen, wie im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automobilbranche, der medizinischen Forschung und im Marketing. Auch bei der Verbrechensbekämpfung kann es relevant sein, große Datenmengen nutzbar zu machen.
Im Folgenden sind einige Beispiele für berufliche Schwerpunkte als Data-Engineer aufgeführt.
Data-Engineer in der Automobilbranche
In der Automobilbranche spielt die Bereitstellung brauchbarer Daten zum Beispiel eine Rolle bei der Optimierung der Fahrzeugtechnologie. Um Fahrzeuge sicherer, umweltfreundlicher, effizienter und komfortabler zu machen, nutzen Automobilhersteller verschiedene Datenquellen, unter anderem eigene Testreihen. Als Data-Engineer sorgen Sie dafür, dass die notwendigen Daten zur Analyse und Weiterverarbeitung zur Verfügung stehen. Häufig findet die Arbeit in agilen Teams statt.
IT-Beratungsunternehmen im Bereich Big Data
Eine Option, als Data-Engineer zu arbeiten, sind IT-Beratungsunternehmen, die sich auf Big Data spezialisiert haben. Sie bieten Lösungen für Kunden rund um die Themen Data-Science, Machine-Learning und künstliche Intelligenz an. Zu Ihren Aufgaben kann es hier gehören, Datenlösungen für Kunden zu erstellen oder diese online bzw. vor Ort zu diesem Thema zu beraten. Sie arbeiten eng mit Data-Scientists zusammen oder übernehmen selbst Aufgaben aus diesem Bereich.
Data-Engineering in der Medizin
Daten aus der Krankenversorgung sowie klinischen und medizinischen Studien können genutzt werden, um die medizinische Versorgung von Patienten zu verbessern. Als Data-Engineer sind Sie beispielsweise für den Aufbau einer Dateninfrastruktur verantwortlich, mit der Daten aus verschiedenen Quellen gesammelt und unter Berücksichtigung der Datenschutzbestimmungen in nutzergerechten Datenbanken zur Verfügung gestellt werden können.
Verdienstmöglichkeiten
Die Verdienstmöglichkeiten als Data-Engineer hängen unter anderem von der Branche, von der Größe sowie vom Standort des Unternehmens ab. Auch Ausbildung und Berufserfahrung spielen eine Rolle für das Gehalt.
Das durchschnittliche Gehalt für einen Data-Engineer liegt in Deutschland bei ca. 4.000 Euro im Monat. Der untere Gehaltsbereich befindet sich bei ca. 3.600 Euro. Aber auch ein Verdienst von über 5.000 Euro monatlich ist in diesem Berufsfeld möglich.
Perspektiven
Die berufliche Perspektive für Data-Engineers ist vielversprechend. Vor allem in Bereichen, in denen große Datenmengen aus verschiedenen Quellen anfallen, gibt es viele Jobs. Sie können daher in verschiedenen Gebieten wie Industrie, Wirtschaft, Medizin und Infrastruktur arbeiten. Da der Beruf noch relativ neu ist, ist er in der Praxis nicht immer klar von anderen Berufen abgegrenzt. In vielen kleineren Unternehmen besteht daher die Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten in einem oder mehreren Tätigkeitsfeldern einzubringen. So können Data-Engineers auch im Bereich Data-Science oder Machine-Learning tätig sein und die aufbereiteten Daten selbst weiterverarbeiten. In größeren Unternehmen werden aber meist Teams eingesetzt, in der jeder Mitarbeiter einen klar abgegrenzten Tätigkeitsbereich hat. Eine Spezialisierung ist daher ebenfalls möglich.
Wer technisch versiert ist, eine Vorliebe für Zahlen und Algorithmen hat und gern gemeinsam im Team Ziele erarbeitet, für den ist dieser Beruf genau das Richtige.







